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Kategorie: So funktioniert das Fliegen

Die FMA lesen: Autopilot-Modusanzeige im Verkehrsflugzeug

Kurz gesagt

Die Flugmodusanzeige (Flight Mode Annunciator, FMA) ist die Reihe von Modusfeldern auf dem Primary Flight Display eines Verkehrsflugzeugs. Sie zeigt, welche Modi Schubautomatik und Autopilot gerade nutzen (aktiv) und welche als Nächstes übernehmen (scharfgeschaltet).

Autopilot, Schubautomatik und Flight Director

Ein Verkehrsflugzeug hat drei miteinander verbundene Arten von Automatik. Der Autopilot bewegt die Ruder. Die Schubautomatik (Autothrottle oder Autothrust) regelt den Triebwerksschub, zum Beispiel um eine eingestellte Geschwindigkeit zu halten. Der Flight Director zeigt nur Steuerhinweise an, die dem Piloten sagen, wie er eine Bahn fliegen soll. Jedes dieser Systeme arbeitet in Modi, etwa einen Kurs halten oder einem Funkleitstrahl folgen.

Probier es selbst aus

Sieh dir die drei FMA-Felder und die weißen Zeilen darunter an und sag dann, was aktiv ist, was scharfgeschaltet ist und was sich gerade geändert hat.

Die FMA lesen

Schritt 1 von 5

  • Grün: aktiv, wird gerade ausgeführt
  • Weiß: scharfgeschaltet, schaltet sich von selbst ein
  • Rahmen um einen Modus: Er hat sich gerade geändert

Der Autopilot fliegt. Die Crew hat Fahrt, Kurs und Höhe eingestellt und APP gedrückt, um den Anflug scharfzuschalten.

Welches Feld zeigt, was die Schubautomatik tut?

Aktive und scharfgeschaltete Modi auf der FMA

Die Flugmodusanzeige (FMA) sitzt auf dem Primary Flight Display (PFD), dem Hauptbildschirm vor jedem Piloten. Nach den Konstruktionsrichtlinien der FAA muss sie klar zeigen, was das System gerade tut (aktive Modi) und was es als Nächstes tun wird (scharfgeschaltete Modi).

In der hier verwendeten Anordnung stehen oben drei Felder nebeneinander: Schubautomatik, Rollen und Nicken, von links nach rechts. Grün heißt aktiv: geschieht gerade. Eine weiße Zeile unter einem Feld heißt scharfgeschaltet: Der Modus schaltet sich von selbst ein, sobald seine Bedingung erfüllt ist. Ein geänderter Modus wird etwa 10 Sekunden lang umrahmt. Farben, Bezeichnungen und Positionen unterscheiden sich je nach Flugzeugtyp.

Beispiel: die FMA während eines ILS-Anflugs

Ein Instrumentenlandesystem (ILS) hat zwei Funkleitstrahlen: den Localizer für die Führung nach links und rechts und den Gleitpfad für die Führung nach oben und unten, normalerweise mit 3°. Fliegt der Autopilot (CMD), kann die FMA MCP SPD, HDG SEL und ALT HOLD anzeigen: die eingestellte Geschwindigkeit halten, den eingestellten Kurs fliegen, die aktuelle Höhe halten. Wird der Anflug scharfgeschaltet, erscheint VOR/LOC in Weiß unter HDG SEL und G/S unter ALT HOLD.

Am Localizer wird VOR/LOC grün, und HDG SEL verschwindet. Am Gleitpfad wird G/S grün, und ALT HOLD verschwindet: Das Flugzeug sinkt auf dem Leitstrahl, während die Schubautomatik die Geschwindigkeit hält. Je nach Verfahren der Fluggesellschaft sagen die Piloten jede Änderung laut an, etwa „Localizer captured“ (Localizer erfasst).

Warum es wichtig ist, die FMA zu lesen

Die Automatik tut, was ihr aktiver Modus sagt, nicht das, was die Crew erwartet. Hält die Crew einen falschen Modus für aktiv, kann das Flugzeug etwas Ungeplantes tun: Das nennt man Modusverwechslung (mode confusion). Eine 2013 von der FAA geförderte Arbeitsgruppe stellte fest, dass solche Fehler weiterhin vorkommen; Fehler bei der Moduswahl wurden bei 27 Prozent der untersuchten Unfälle genannt. Die FAA-Richtlinien fordern Piloten auf, nach jeder Moduswahl die FMA zu prüfen.

Häufige Fehler und Irrtümer

  • Der Taste statt der FMA vertrauen. Eine gedrückte Taste zeigt nur eine Anforderung; die FMA zeigt, was das System tatsächlich tut.
  • Einen scharfgeschalteten Modus für aktiv halten. Bis er grün wird, fliegt noch der vorherige Modus das Flugzeug.
  • Annehmen, ein Anflugmodus werde das Flugzeug landen. Eine automatische Landung braucht zusätzliche Ausrüstung, eine Zulassung und besondere Verfahren.

Häufige Fragen

Wofür steht FMA in der Luftfahrt?

Für Flight Mode Annunciator, auf Deutsch Flugmodusanzeige: der Streifen mit Modusfeldern auf dem Primary Flight Display, der zeigt, welche Modi Schubautomatik, Autopilot und Flight Director gerade nutzen und welche scharfgeschaltet sind, um als Nächstes zu übernehmen.

Was ist der Unterschied zwischen scharfgeschaltet und aktiv?

Ein aktiver Modus steuert das Flugzeug gerade. Ein scharfgeschalteter Modus ist gewählt, wartet aber auf seine Bedingung, etwa das Erreichen des Localizer-Leitstrahls. Dann schaltet er sich von selbst ein, und der vorherige Modus fällt weg.

Ist die FMA in jedem Verkehrsflugzeug gleich?

Nein. Der Zweck ist derselbe, aber Farben, Modusbezeichnungen und die Positionen der Felder unterscheiden sich je nach Flugzeugtyp. Diese Seite beschreibt das Verkehrsflugzeug von AeroFox: Felder für Schubautomatik, Rollen und Nicken von links nach rechts, Grün für aktiv und Weiß für scharfgeschaltet.

Im Simulator üben

In der kostenlosen Lektion „Die FMA lesen“ schaltest du den Autopiloten ein, schaltest einen ILS-Anflug scharf und liest fünf Modusänderungen, während sie passieren.

Lektion starten: Die FMA lesen

Quellen

Die verlinkten Quellen sind auf Englisch.

  1. Advisory Circular 25.1329-1C, Zulassung von Flugführungssystemen (2014) (FAA)
  2. Advisory Circular 120-71B, Standardverfahren und Aufgaben des überwachenden Piloten (2017) (FAA)
  3. Betrieblicher Einsatz von Flugbahnmanagement-Systemen, Abschlussbericht der PARC/CAST-Arbeitsgruppe zur Cockpitautomation (2013) (FAA)
  4. Luftfahrt-Informationshandbuch (AIM), Kapitel 1, Abschnitt 1 (1-1-9 Instrumentenlandesystem) (FAA)
  5. Advisory Circular 120-118, Kriterien für die Zulassung/Genehmigung von Allwetterflugbetrieb (2018) (FAA)

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